Erfolgreiches 2. Plenum des BSBB. Fortschreibung des Zielkonzepts

Am Mittwoch, 15.01.2020, fand im Berliner Abgeordnetenhaus ab 18 Uhr das zweite Treffen des Bündnisses Schiene Berlin-Brandenburg (BSBB) statt. Die ca. dreistündige Veranstaltung war von rd. 50 Personen besucht, die rd. 30 Organisationen vertreten, und erbrachte wieder recht gute Ergebnisse. Das Protokoll wird in Kürze vorgelegt werden. Es wurden vier Arbeitsgruppen gegründet, die in der letzten Stunde des Treffens ihre Arbeit aufnahmen:
AG 1: Zielkonzept
AG 2: Dialog
AG 3: Lausitz
AG 4: Güterverkehr und Prignitz.

Als Termine wurden in Aussicht genommen:
AG 1: 19.2. und 1.4.2020
AG 2: 26.2.2020
AG 3: 20.2.2020
AG 4: 19.2.2020.
Das nächste, 3. Plenum wird vsl. am Mittwoch, dem 29.4.2020, 18:00h, stattfinden.

Hier findet sich die vom Koordinierungsteam am 15.1.2020 vorgelegte Präsentation:
2020-0115_BuendnisSchiene_Praesi.pdf (Alle Links öffnen in neuem Tab.)

Nach dem ersten Plenum gab es erfreulich viele Änderungs- und Ergänzungsvorschläge zum Entwurf des Zielkonzeptes. Die Vorschläge im Einzelnen und Stellungnahmen des Koordinierungsteams dazu:
2020-01-15_BSBB-Praesi-zu-Stellungnahmen.pdf

Hier die Fortschreibung des Zielkonzeptes:
2020-01-15_BSBB_Zielkonzept-Langfassung_Fortschreibung.pdf

Brandenburg: Vorrang für den ÖPNV!

Im Land Brandenburg ist seit dem 21. Nov. 2019 eine neue Landesregierung aus SPD, CDU und Bündnis 90/Die Grünen (sog. Kenia-Koalition) im Amt. Grundlage der Regierungspolitik ist der am 19.11.2019 geschlossene Koalitionsvertrag; siehe hier (neuer Tab).

Im Kapitel 2.2, Infrastruktur und Digitalisierung, heißt es im Absatz ‘Mobilität’: “Die Koalition wird die Mobilitätsstrategie zeitnah überarbeiten, in der das Ziel verankert wird, den Anteil des Umweltverbunds bis 2030 auf 60 Prozent zu erhöhen und entsprechende Maßnahmen zu definieren.” Und: “Die Koalition ist sich einig, dass der Ausbau des öffentlichen Verkehrs Priorität hat.”

Und im Absatz ‘Öffentlicher Personennahverkehr’: “Wir brauchen nicht nur neue Regional- und S-Bahn-Verbindungen, sondern auch Angebotssteigerungen im ganzen Land – sowohl für Pendlerinnen und Pendler als auch für die Anbindung berlinferner Regionen. Dabei nutzen wir alle Möglichkeiten der Planungsbeschleunigung.” Und: “Wir unterstützen den Ausbau von Bahnhöfen und Bahnhofsumfeldern zu modernen Mobilitätszentralen.”

Zum Güterverkehr heißt es: “Die Koalition verfolgt das Ziel, mehr Güterverkehr auf die Schiene und auf die Wasserstraßen zu bringen und setzt sich für einen umweltverträglichen Infrastrukturausbau ein. … Wir fördern die Schienenanbindung von Industrie-und Gewerbegebieten, insbesondere auch intelligente Lösungen für die „letzte Meile“.”

Im Land Berlin hieß es ja bereits im November 2016: “Sauber, bequem und sicher durch die Stadt – Mobilitätswende einleiten und Umweltverbund stärken. … Mittelfristig soll die S-Bahn durch Ausbau und neue Fahrzeuge attraktiver und schneller werden. … Von der Deutschen Bahn AG fordert die Koalition, die S 21 zügig fertigzustellen, insbesondere den Baubeginn für den zweiten Bauabschnitt zeitnah anzugehen und die Planungen für den dritten Bauabschnitt rasch voranzubringen. … Mit der Wiederinbetriebnahme der Stammstrecke der Heidekrautbahn einschließlich der Weiterführung bis Gesundbrunnen, der Kremmener Bahn (Prignitz‐Express) und der Stammbahn soll die Anbindung des Umlandes an den ÖPNV verbessert werden.” (Link)

Kommentar BSBB:
Damit sind von politischer Seite der beiden Bundesländer beste Voraussetzungen gegeben, den Ausbau von S-Bahn- und Regionalverkehr in Berlin-Brandenburg energisch und schnell voranzubringen. Nun kommt es auch darauf an, seitens der Bundesregierung die notwendige Unterstützung zu erlangen.

Keine Nahverkehrs-Anbindung/Geplante Tesla-Fabrik ist ohne Auto kaum zu erreichen…

… schreibt der Tagesspiegel in seiner Ausgabe vom 09.01.2020 – weiterlesen hier; Link öffnet in einem neuen Tab.

Das Bündnis Schiene Berlin-Brandenburg (BSBB) hatte ja bereits auf die Notwendigkeit der Anpassung der Bahnanbindung (Personen- und Güterverkehr) hingewiesen und Vorschläge unterbreitet, siehe weiter unten, Beitrag vom 6. Dezember 2019, oder klicke hier (neuer Tab):
Bf-Fangschleuse_Planung.pdf.

Auch der Berliner Fahrgastverband IGEB hat sich Gedanken zur Verkehrsanbindung der TESLA-Fabrik gemacht und plädiert für eine Bus-Anbindung ausgehend vom R- und S-Bf Erkner.
Zur Ansicht des aktuellen SIGNAL-Artikels auf folgende Abbildung klicken; Link öffnet in neuem Tab.

Aktuelles zu “i2030”

Die Länder Berlin und Brandenburg, DB Netze und VBB planen im Projekt i2030 eine bessere Schieneninfrastruktur für die Metropolregion. Am 13.12.2019 erschien ein Info-Brief i2030 (i2030-Infobrief-2019.pdf, Link öffnet in neuem Tab) mit den aktuellen Sachständen.

Zum Info-Brief haben wir eine Kurz-Auswertung vorgenommen – siehe hier: Auswertung-Info-Brief-Infrastrukturprojekt-i2030.pdf; Link öffnet in neuem Tab.

Projektstart war zwei Jahren und zwei Monaten, im Okt. 2017. Es gibt zwar eine modern gestaltete Website, aber der Informationsgehalt war bisher, wohl auch nach langer Anlaufphase mit entsprechend wenig konkreten Ergebnissen, eher zurückhaltend. Nun sollen aber durch verschiedene Informationsformate alle Betroffenen und beteiligten Akteure mit eingebunden werden. Anfang 2020 erscheint die Metropolbroschüre als detaillierte Übersicht zum i2030-Vorhaben.

Überlegungen zum Bahnhof Königs Wusterhausen

Der Bahnhof Königs Wusterhausen (“KW”; südöstlich Berlins, an der Görlitzer Bahn) stellt im Regionalverkehr einen Engpass dar – der bestellte Verkehr ab Dez. 2022 ist mit der vorhandenen Infrastruktur nicht zu fahren. Im aktuellen Planungsprozess “i2030” wird ein Umbau skizziert (vgl. www.i2030.de/suedost; dieser und alle folgenden Links öffnen in neuem Tab), der nur geringe Verbesserungen bietet, und daher nicht zukunftsfest ist.

In einem Artikel der verkehrspolitischen Zeitschrift SIGNAL wird die Problemlage genauer erörtert und ein Lösungsvorschlag unterbreitet – siehe hier:
signal-2019-1_i2030-teilprojekt-kw.

Hier als Diskussionsanregung eine andere, leistungsfähigere Zielplanung, die aber erst später zu realisieren ist:
BSBB_Zielplanung_Bf-KoenigsWusterhausen.pdf.

Bahnplanungen für das Tesla-Werk Grünheide

Mitte November 2019 wurde bekanntgegeben, dass das US-amerikanische Unternehmen Tesla, Inc. (bis Februar 2017 Tesla Motors) eine sog. Gigafactory im südöstlichen Berliner Umland errichten wird, um dort ab 2021 – mit stufenweise bis zu 10.000 Arbeitsplätzen – Kfz des Typs SUV herzustellen.

Hinsichtlich der Werks-Ansiedlung ist verwunderlich, dass bislang nur wenig über notwendige Bahnplanungen für die An- und Abfahrt der Mitarbeiter sowie Zulieferung und Abfuhr der Produkte bekannt wurde.

Daher haben einige Mitwirkende des ‘Bündnisses Schiene Berlin Brandenburg’ erste Überlegungen angestellt, die in der hier verlinkten Unterlage (Pdf; 2,2 MB; öffnet in neuem Tab) zusammengefasst sind.